Die Bau- und Immobilienbranche steht vor der Herausforderung, nachhaltige und ressourcenschonende Lösungen für die gesamte Lebensdauer von Gebäuden zu entwickeln – von der Produktion über den Bau bis hin zum Betrieb. Eine integrale Bewertung von Gebäuden, etwa durch einen Gebäuderessourcenpass oder die Berechnung des ökologischen Fußabdrucks, wird dabei immer wichtiger.
In der Veranstaltung „Bauen ohne Ende – KI Impulse für zirkuläres Bauen“ im November 2025 beleuchteten das Fraunhofer IOSB-INA gemeinsam mit dem iFE – Institut für Energieforschung (Institute for Energy Research) der TH OWL und weiteren Partner:innen, wie digitale Technologien und Künstliche Intelligenz (KI) das zirkuläre Bauen und den Gebäudebetrieb unterstützen können.
Expert:innen gaben Einblicke in aktuelle innovative Ansätze aus den Bereichen Digitalisierung und Bauwesen und diskutierten, wie diese Technologien dazu beitragen können, die Bauwirtschaft nachhaltiger und zukunftsfähiger zu gestalten:
Dr. Gesa Benndorf Leiterin des Maschinelles Lernen am Fraunhofer IOSB‑INA stellte bereits in der Begrüßung heraus, welche Potenziale aus sektorübergreifenden Ansätzen für den Bausektor relevant sind: digitale Zwillinge, Standardisierung und Normung sowie konkrete Guideline können in Kombination mit KI-Lösungen helfen, nachhaltiges und zirkuläres Bauen voran zu treiben.
Prof. Susanne Schwickert, Fachgebiet Bauphysik und Technischer Ausbau der TH OWL, zeigte auf, dass es Zeit für eine Bauwende ist: „Aktuell werden nur 7% aller Ressourcen hochwertig im Hochbau wiederverwendet.“ Zirkuläre Bewertungstools knüpfen an die Lebenszyklusbetrachtung an und helfen, zirkuläre Potenziale aufzuzeigen.
Frank Schröder, Leiter des Facility Management bei Phoenix Contact, verdeutlichte, wie Gebäude als Smartphone mit Apps , Updates und Komponenten im Sinne des smarten Gebäudeunterhalts verstanden werden können. KI kann bei den immensen Datenmengen helfen.
Prof. Rainer Rasche, Fachgebiet Mechatronik der TH OWL, führte in den Gebäuderessourcenpass als Baukastensystem in Verknüpfung mit dem Digitalen Produktpasst ein. Diese solle „robust, transparent und überprüfbar“ sein, um auch zukünftig, z.B. am Ende eine Lebenszyklus, weiterhin nutzbar zu sein.
In der anschließenden Panel-Disussion zeigten Prof. Rainer Rasche (iFE / TH OWL), Frank Schröder (Phoenix Contact Electronics) und Dr. Kai Oberste-Ufer (dormakaba, buildingsmart) auf, an welchen Stellen im Prozess und vor allem Schnitten Potenziale liegen:
- Predicitive Maintenance: Lebensdauer verlängern durch smarten Gebäudebetrieb und Wissenstransfer
- Change Management: der Mensch im Mittelpunkt, im Unternehmen und gesamtgesellschaftlichen Umfeld
- Mehrwerte erkennen entlang der Wertschöpfungskette: Fachleute befähigen
- „Wir scheitern voran“ -> einfach mal machen und Leute mitnehmen
Fazit und Ausblick zeigen von der Relevanz des Themas: Wir brauchen mehr Vernetzung, Wissenstransfer und konkrete Use Cases in OWL.
Das greift das vom MWIKE geförderte Projekt CiqualityOWL plus auf, indem es über Transformative Allianzen einen Austausch zwischen relevanten Akteuren einer Branche initiiert und Themen für diesen Austausch aufbereitet. Ein Teilarbeitspaket befasst sich mit dem Bausektor und zirkulären Kreisläufen, die im Baubereich möglich sind.
Danke an die Referent:innen aus Forschung und Praxis und den spannenden Austausch rund um die Zukunft des Bauens.

