Der digitale Produktpass


Der digitale Produktpass – Fluch oder Segen? Teil 1: Einführung


Die umweltpolitische Digitalagenda des Bundesumweltministeriums (März 2020) bringt zwei Megatrends des 21. Jahrhunderts zusammen: den Schutz von Umwelt und Klima sowie die Digitalisierung. Eine der 70 konkreten Maßnahmen dieser Agenda ist der digitale Produktpass. Er soll als wesentlicher Treiber die Circular Economy voranbringen. In zahlreichen politischen Strategien der EU ist dieser Passport inzwischen fest vorgesehen. Aber was ist damit gemeint?

Der digitale Produktpass entspricht einem digitalen Zwilling und ist ein Datensatz, der Informationen zu den Komponenten, Materialien und chemischen Substanzen, aber auch zu Reparierbarkeit, Ersatzteilen oder fachgerechter Entsorgung für ein Produkt zusammenfasst. Die Daten stammen aus allen Phasen des Produktlebenszyklus und können in all diesen Phasen für verschiedene Zwecke genutzt werden (Design, Herstellung, Nutzung, Entsorgung).
Die Strukturierung umweltrelevanter Daten in einem standardisierten, vergleichbaren Format ermöglicht allen Akteuren in der Wertschöpfungs- und Lieferkette, gemeinsam auf eine Kreislaufwirtschaft hinzuarbeiten. Der digitale Produktpass ist zugleich eine wichtige Grundlage für verlässliche Konsumenteninformationen und nachhaltige Konsumentscheidungen im stationären wie auch im Online-Handel. Der Pass eignet sich für sämtliche Produkte und Dienstleistungen sowie Lebensmittel, wobei der Schwerpunkt zunächst auf besonders ressourcen- und energieintensiven Gütern liegen sollte.

Kritiker befürchten eine weitere bürokratische Datenkrake, die im Extremfall Unternehmenswissen preisgibt. Befürworter sehen die Chancen, mehr Transparenz bei Materialien und Produkten herzustellen. Was bisher aufgrund mangelnder Informationen entsorgt wurde, könnte zukünftig wirtschaftlich attraktiv in Kreislaufprozessen gehalten werden. In unseren zwei Veranstaltungen wollen wir mit Ihnen die folgenden Fragen diskutieren:

  • Welche politischen Entwicklungen gibt es?
  • Warum sollten sich Unternehmen schon jetzt mit ihm beschäftigen?
  • Wie könnte eine Umsetzung technologisch aussehen und mittelstandsverträglich gestaltet werden?
  • Wie kann das Know-how der Unternehmen geschützt werden?
  • Welche Herausforderungen, Chancen und Mehrwerte bietet der digitale Produktpass für die Unternehmen in OWL?
  • Welche Branchen und Produkte müssen sich als erstes auf ihn einstellen?
  • Wie können sich Unternehmen auf den Einsatz eines digitalen Produktpasses konkret vorbereiten

Referent: Dr. Holger Berg, Co-Head Research Unit Digital Transformation, Abteilung Kreislaufwirtschaft - Digitale Transformation, Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH
Die Veranstaltung richtet sich insbesondere an produzierende Unternehmen.

Eine gemeinsame kostenfreie Veranstaltung von: InnoZent OWL e.V., Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH, Fraunhofer-Institut für Entwurfstechnik Mechatronik IEM, IHK Lippe zu Detmold und IHK Ostwestfalen zu Bielefeld im Rahmen von CirQuality OWL.

Der Digitale Produktpass – Teil 2: Vertiefungsworkshop
Di., 27.04.2021, 14-17 Uhr
IHK Lippe zu Detmold, Leonardo-da-Vinci-Weg 2, 32760 Detmold



In diesem Vertiefungsworkshop wird der digitale Produktpass für die Circular Economy an konkreten Beispielen gemeinsam erarbeitet. An weitere Fragen aus der Einführungsveranstaltung wird angeknüpft.
Referent: Dr. Holger Berg, Co-Head Research Unit Digital Transformation, Abteilung Kreislaufwirtschaft - Digitale Transformation, Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH
Weitere Informationen folgen.
Die Plätze sind begrenzt und werden insbesondere an Vertreter von Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen vergeben.

Eine gemeinsame kostenfreie Veranstaltung von: InnoZent OWL e.V., Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH, Fraunhofer-Institut für Entwurfstechnik Mechatronik IEM, IHK Lippe zu Detmold und IHK Ostwestfalen zu Bielefeld im Rahmen von CirQuality OWL.




Das Vorhaben CirQuality OWL wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie vom Land NRW gefördert.